fbpx
Welche Aktien gibt es?

Welche Aktien gibt es?

Die Aktienarten im Überblick

Da es verschiedenste Arten beziehungsweise Klassifizierungen für Aktien gibt, werden diese hier nun vorgestellt. Unterschieden wird beispielsweise nach Übertragbarkeit der Anteile oder dem Stimmrecht im Rahmen von Hauptversammlungen.

Stamm- und Vorzugsaktien

Erwirbt ein Anleger Stammaktien, so beinhalten diese das Stimmrecht auf der Hauptversammlung der Aktionäre, in deren Rahmen Beschlüsse hinsichtlich unternehmensbezogener Vorgänge getroffen werden. In anderen Worten formuliert, bedeutet das, dass der Inhaber von Stammaktien direkt an dem Entscheidungsprozess innerhalb der Aktiengesellschaft beteiligt ist beziehungsweise sein kann. Pro Stammaktie, die im Besitz eines Aktionärs ist, erhält dieser eine Stimme. Daraus resultiert, dass die Anzahl dieser Aktien über die Macht von Aktionären hinsichtlich wichtiger, unternehmensrelevanter Entscheidungen mit dem Zukauf an Stammaktien entscheidet. Diese sind die häufigste Form von Wertpapieren, die an der Börse gehandelt werden.

Im Vergleich zu den Stammaktien, bieten Vorzugsaktien keine Teilnahme an unternehmerischen Entscheidungen. Allerdings profitieren Aktionäre von höheren Dividenden, sprich werden mehr an den erwirtschafteten Gewinnen der Aktiengesellschaft beteiligt. Oft werden Vorzugsaktien im Rahmen von Kapitalerhöhungen ausgegeben, bei denen es nicht gewünscht ist, dass es zu einer Verschiebung beziehungsweise zu Schwankungen der Mehrheitsverhältnisse kommt. Anstatt davon zu profitieren, an Entscheidungen innerhalb des Unternehmens durch das Stimmrecht Gebrauch zu machen, wird den Aktionären, die Vorzugsaktien kaufen, das Anrecht auf eine höhere Beteiligung an den Dividenden gewährt. Da es dem Großteil der Aktionäre jedoch alleine darum geht, ihr Geld durch eine Unternehmensbeteiligung in Form von Aktien zu vermehren, erwerben die meisten Vorzugs- anstatt Stammaktien. Zu erwähnen ist hier außerdem, dass Vorzugsaktien grundsätzlich lediglich in einer Höhe von maximal 50 % des Grundkapitals ausgegeben werden dürfen.

Inhaber- und Namensaktien

Des Weiteren existieren Inhaber- und Namensaktien. Diese werden im Hinblick auf die Möglichkeit der Übertragung unterschieden. Der Inhaber einer Namensaktie wird namentlich in das Register der Aktiengesellschaft eingetragen. Dafür werden persönliche Daten, wie der vollständige Name, das Geburtsdatum sowie auch die Adresse auf der Namensaktie vermerkt. Das Unternehmen weiß also genau, wer der Aktionär ist und wie viele Anteile dieser an der Aktiengesellschaft besitzt beziehungsweise hält. Deshalb fällt es der Aktiengesellschaft leicht, Aktionäre, die über Namensaktien verfügen zu kontaktieren, zum Beispiel, um diese zu der nächsten Hauptversammlung einzuladen. Für die Aktionäre haben die Namensaktien allerdings einen klaren Nachteil und zwar, wenn es um den Verkauf derselben geht. Wechselt eine Namensaktie also ihren Besitzer, so muss der neue Besitzer vollständig im Aktienregister eingetragen werden. Bei der Inhaberaktie verhält sich dies jedoch anders, denn eine Eintragung in das Aktienregister findet hier nicht statt, sodass der Aktionär anonym bleibt. Aufgrund der Anonymität der Investoren beziehungsweise Aktionäre, können diese nicht von der Aktiengesellschaft kontaktiert werden. Eine Ausnahme gibt es allerdings, denn Großaktionäre müssen ab einer bestimmten Prozentzahl die Anteile an der Aktiengesellschaft melden und verlieren dementsprechend die Anonymität. Da, wenn eine Inhaberaktie verkauft werden soll, keine Änderung im Aktienregister des Unternehmens vorgenommen werden muss, da diese dort, wie bereits angeführt, nicht vermerkt sind, so ist die Übertragung derselben deutlich einfacher, als die der Namensaktien.

Stück- und Nennwertaktien

Außerdem werden Aktien in Stück- und Nennwertaktien unterschieden. Diese zwei Aktienarten regeln die Anteilsform an dem Grundkapital von einer Aktie des Unternehmens, welche sich für eine der beiden, sprich entweder Stück- oder Nennwertaktien, zu entscheiden hat. Nicht möglich ist es, Nennwert- und Stückaktien auszugeben. Der Anteil am Grundkapital von Nennwertaktien wird über einen festgelegten Nennwert (auch Nominalwert genannt) geregelt. Die Mindesthöhe desselben hat einen Euro zu betragen. In anderen Worten formuliert, wird das Grundkapital auf die Nennwertaktien verteilt. Werden also 750.000 Euro Grundkapital auf

750.000 Aktien verteilt, so beträgt der Nennwert einer Aktie 1 Euro. Die Aktiengesellschaft kann das Grundkapital allerdings auch unterschiedlich aufteilen. Bei einem Grundkapital von 600.000 Euro können zum Beispiel 3.000 Aktien zum Nennwert von 100 Euro und weitere 2.000 Aktien zum Nennwert von 150 Euro ausgegeben werden. Nichtsdestotrotz nehmen Nennwertaktien heutzutage keine wichtige Rolle mehr ein. Stückaktien besitzen, anders als Nennwertaktien, keinen festen Nennbetrag. Deshalb ist der jeweilige Anteil aller ausgegebenen Aktien an dem Grundkapital gleich hoch beziehungsweise groß. Angegeben wird dieser Anteil meist in Prozent. Gibt es also 10.000 Aktien bei einem Grundkapital von 1.000.000 Euro, so beträgt der theoretische Nennwert einer Aktie 100 Euro (Rechnung:

1.000.000 Euro: 10.000 Aktien= 100 Euro/Aktie). Daraus ergibt sich ein Grundkapitalanteil von 0,01 % (Rechnung: 100 Euro/Aktie: 1.000.000 Euro Grundkapital = 0,01 % Grundkapital). Der Anteil einer Stückaktie mit dem theoretischen Nennwert von 100 Euro entspricht somit 0,01 % des Grundkapitals. Anders formuliert, besitzt der Inhaber einer Stückaktie 0,01 % der Aktiengesellschaft.

Junge und alte Aktien

Von jungen und alten Aktien wird lediglich im Rahmen einer Kapitalerhöhung der Aktiengesellschaft gesprochen. Im Zusammenhang mit einer Kapitalerhöhung gibt die AG weitere, zusätzliche Anteilsscheine aus. Diese werden als junge Aktien bezeichnet. Alte Aktien hingegen, sind diese, die sich bereits vor der Kapitalerhöhung im Besitz von (Alt-) Aktionären befanden. Der Unterschied zwischen den beiden besteht darin, dass die jungen Aktien nicht gleichberechtigt sind, was sich im Hinblick auf das Stimmrecht im Rahmen von Hauptversammlungen oder im Bezug auf die Beteiligung an Dividenden äußert. Altaktionäre profitieren außerdem davon, dass die Aktiengesellschaft die Möglichkeit hat, diese im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung zu bevorzugen. Es wird von dem Bezugsrecht gesprochen, welches Altaktionären die Option gibt, junge Aktien zu einem Vorzugspreis zu erwerben. Bezugsrechte können selber genutzt, aber auch an Dritte abgetreten beziehungsweise veräußert werden. Das Bezugsrecht erfüllt den Sinn und Zweck, es den Altaktionären zu ermöglichen, ihre Anteile an der Aktiengesellschaft zu halten, obwohl die Kapitalerhöhung durch die Ausgabe von jungen Aktien die Anteile verwässert. Mehr Informationen zu Kapitalerhöhungen, was mit diesen genau verfolgt wird und wie diese durchgeführt werden, erfährt der Leser in der im Anschluss aufgeführten Informationsbox. Im Hinblick auf junge und alte Aktion ist hier des Weiteren festzuhalten, dass junge Aktien im Laufe der Zeit irgendwann zu alten Aktien werden und dementsprechend die selben Stimmrechte beziehungsweise die gleiche Gewinnbeteiligung erhalten.

Falls Sie mehr über dieses Thema erfahren möchten, dann sichern Sie sich diese folgenden Bücher:

Fachliteratur zu diesem Thema

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Hack time tracking software

Danke für die Übermittlung Ihrer Kontaktdaten und dem Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem Cherry Media Verlag.

Wir werden uns in Kürze telefonisch mit Ihnen in Verbindung setzen.